Neues auf Twitter

Katastrophenhilfe in Dessau 2002

Die Feuerwehr Esting blickt zurück!

Katastrophenhilfe in Dessau 2002

9 Jahre ist es nun her, als sich rund 65 Feuerwehrdienstleistende aus verschiedenen Landkreisfeuerwehren, darunter auch 8 der Feuerwehr Esting, auf den weg ins Katastrophengebiet nach Sachsen-Anhalt aufmachten um den betroffenen Menschen in Dessau und Umgebung zu Helfen!

Und so war’s.....

Am späten Freitagnachmittag des 16.August 2002 erreichte die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren Olching, Geiselbullach und Esting ein Anruf des Kreisbrandrats Dieter Wurm. Der Landkreis Fürstenfeldbruck wurde vom bayrischen Innenministerium aufgefordert, Hilfskräfte zur Bewältigung der Flutkatastrophe in Sachsen – Anhalt zur Verfügung zu stellen.

23 Feuerwehrdienstleistende, darunter 3 Frauen, erklärten sich bereit gegen 02:00 Uhr nachts nach Dessau aufzubrechen und den Menschen in ihrer Not zu helfen. Treffpunkt war das Feuerwehrgerätehaus Olching, an dem sich 14 Fahrzeuge der Landkreisfeuerwehren und ca. 65 Mann/Frau versammelten und von dort aus in einem Konvoi aufbrachen. Während der Anfahrt sahen wir immer wieder lange Konvois der verschiedenen Hilfsorganisationen die das gleiche Ziel hatten. Nach sieben Stunden Fahrt kamen wir gegen 10 Uhr in unserer Unterkunft in der Chaponstraße, Dessau an. Die meisten bayerischen Feuerwehren waren dort in der Berufsschule 3 untergebracht.

Bevor wir zu unserem ersten Einsatz ausrücken konnten, wurden die (Klassen-) „Zimmer“ und Turnhalle bezogen. Schon hier kamen die ersten Anwohner und brachten uns Kaffee und Kuchen. Die Ruhezeit währte nicht lange, denn die Kräfte des Landkreises Würzburg mußten abgelöst werden.

Gegen 15:00 Uhr brachen wir nach Großkühnau zu einem zu niedrigen Damm auf. Gemeinsam mit den dortigen Anwohnern verstärkten und erhöhten wir mit Sandsäcken den Damm. Nach fünf Stunden anstrengender Arbeit wurden wir abgelöst und konnten in die Unterkunft zurückkehren und eine warme Mahlzeit zu uns nehmen.

Am nächsten Tag wurden wir alarmiert um im Stadtteil Waldersee an einem bereits 5m durchgebrochenem Damm die Kräfte vor Ort zu unterstützen. Leider war dies aufgrund der Gefahrenlage nicht mehr möglich. Der gesamte Bereich mußte zur Sicherheit geräumt werden.

In den nächsten Tagen wurden weitere 5 Einsatzstellen angefahren, darunter ab Sonntag abend im Klärwerk, Stadtteil Kleinkühnau. Unter anderem koordinierten wir dort ankommende Sandsacklieferungen der Bevölkerung und versorgten damit die Kräfte direkt am Damm. Damit auch der Einsatz während der Nacht fortgeführt werden konnte, leuchteten wir die Örtlichkeit großräumig aus.

Auch am nächsten Tag teilte uns „Florian Bayern“ ein, um am Damm die Sandsäcke mit Hilfe einer 200m langen Menschenkette zu verbauen.

Um 21:00 Uhr wurden alle im Einsatz befindlichen, bayerischen Kräfte abrupt abgezogen. Dies stieß natürlich auf völlige Verständnislosigkeit, da unserer Meinung nach noch jeder Einzelne benötigt wurde. Erst im Nachhinein wurde uns mitgeteilt, dass nur aufgrund eines Mißverständnisses zwischen den Innenministerien alle Bayern abrücken mußten. Dies war um so unverständlicher, da unsere Kameraden weitere Verpflegung und Ablösung für Dienstag bereits selbstständig organisiert hatten.

Am Dienstag Nachmittag kamen wir alle wieder in FFB wohlbehalten an. Auch hier war der 1. Bürgermeister S. Waibel, der uns schon Freitag Nacht verabschiedete, anwesend. Er ließ es sich nicht nehmen, sich persönlich bei uns für die Einsatzbereitschaft zu bedanken.

Uns persönlich hat bei diesem Einsatz vor allem die Hilfsbereitschaft und der persönliche Einsatz der Dessauer beeindruckt. Ein Platz, etwa flächenmäßig so groß wie Alt-Esting, war voll mit Helfern, welche ununterbrochen Sandsäcke für die Verstärkung der Dämme füllten. Von Klein bis Groß half jeder nach Kräften und Möglichkeiten mit. Entweder wurde mit Sandsäcken gearbeitet oder sie versorgten die anderen mit Verpflegung. Hierfür gilt der Dessauer Bevölkerung ein großes Lob.

Für uns war es eine neue Erfahrung bei diesem besonderen Einsatz mitzuwirken. Trotz einer verfrühten Heimfahrt konnten wir verhindern, dass Dessau –bis auf einen Stadtteil- durch Mulde und Elbe überflutet wurde.

Beteiligte Feuerwehren des Lkr. Fürstenfeldbruck

FF Esting, FF Olching, FF Geiselbullach, FF Eichenau, FF Fürsenfeldbruck, FF Gröbenzell, FF Mammendorf

Ein Bericht von Bianca Nierlein (Fw Esting) und Markus Kahnert (FW Olching)

© Quelle Text und Fotos: Feuerwehr Esting

Fotostrecke

Einsatzort

Zugehörige Artikel

Verwandte Artikel
  • Jahrhunderthochwasser in Esting 1999
  • Verwandte Kategorie
  • Archiv
  • Neu!

    An Feuerwehr Esting e.V. eine Spende senden. 

    • Wir über uns

      Die Arbeit der Feuerwehr Esting ist sehr vielfältig und umfangreich. Wir möchten Ihnen diese Read More
    • Einsätze

      Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Esting arbeiten im Jahr über 100 Einsätze ab. Für einen Read More
    • Fahrzeuge

      Am Standort Esting sind insgesamt 5 Fahrzeuge und 3 Anhänger stationiert. Diese Fahrzeuge erfüllen Read More
    • Geräte

      Unser Werkzeug für Ihre Sicherheit! Die Geräte die für den Ernstfall vorgehalten werden müssen Read More
    • 1
    Archiv

    Besondere Einsätze

    Archiv

    Besondere Ereignisse

    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10
    • 11
    • 12
    • 13
    • 14
    • 15
    • 16
    • 17
    • 18
    • 19
    • 20
    • 21
    • 22
    • 23
    • 24
    • 25
    • 26
    • 27
    • 28
    • 29
    • 30
    • 31
    • 32
    • 33
    • 34
    • 35
    • 36
    • 37
    • 38
    • 39
    • 40